In einer Welt tiefgreifender regulatorischer Veränderungen und digitaler Umbrüche ist es an der Zeit, dass die Steuerfunktion ihre strategische Führungsrolle einnimmt. Eine Schlüsselrolle dabei: der Global Process Owner Tax (GPO Tax).
Der Wandel braucht Führung - und klare Verantwortlichkeiten
Die Steuerfunktion steht vor einem Paradigmenwechsel. Mit der Vielzahl neuer regulatorischer Anforderungen - von Pillar II, CBAM, Plastiksteuer bis zu Green Claims und e-Invoicing - ist ihr Aufgabenprofil heute deutlich breiter und unternehmensstrategischer als noch vor wenigen Jahren. Hinzu kommen neue Berichtspflichten mit Schnittstellen zu Nachhaltigkeit, Zoll, Produktentwicklung, Supply Chain und Technologie.
Um in diesem Umfeld effizient, compliant und proaktiv zu agieren, benötigen Unternehmen ein durchgängiges, steuerlich sauberes Prozessdesign - weltweit einheitlich, systembasiert und zukunftsfähig. Genau hier setzt die Rolle des GPO Tax an.
Was ist ein GPO Tax - und warum jetzt?
Der Global Process Owner (GPO) ist in vielen Konzernen bereits etabliert - etwa im Einkauf oder der Logistik. Der GPO Tax ist die steuerliche Entsprechung: verantwortlich für die End-to-End-Prozessführung aller steuerlich relevanten Abläufe über Länder, Funktionen und Systeme hinweg. Seine Aufgaben reichen von der Prozessarchitektur über die Datenstandardisierung bis hin zur IT-Anforderungsdefinition.
Ein GPO Tax ist mehr als ein Projektmanager - er ist Change Leader, Architekt, Koordinator und Stratege zugleich.
Wachsende Anforderungen erfordern neue Strukturen
Die Steuerfunktion muss zunehmend:
- regulatorische Anforderungen über verschiedene Länder gleichzeitig erfüllen
- steuerlich relevante Daten über heterogene ERP-Systeme hinweg konsolidieren
- Prozesse automatisieren, um Skalierbarkeit und Fehlerfreiheit zu erreichen
- Compliance- und Reporting-Anforderungen unter wachsendem Zeitdruck erfüllen
- nahtlos mit Finance, Procurement, Supply Chain, Nachhaltigkeit, IT und Legal zusammenarbeiten
Diese Komplexität lässt sich nicht mehr mit „Business-as-usual“-Strukturen beherrschen. Der GPO Tax sorgt für globale Standards, Transparenz und Durchgängigkeit - etwa in den Prozessen Record-to-Report, Order-to-Cash und Procure-to-Pay.
Organisatorische Verankerung entscheidet über den Erfolg
Die Wirksamkeit eines GPO Tax hängt stark von seiner organisatorischen Einbindung ab. Idealerweise ist er:
- zentral auf Konzernebene verankert (z. B. im GBS- oder Corporate Center)
- mit durchgriffsfesten Kompetenzen und Budget ausgestattet
- prozessual statt funktional aufgestellt (End-to-End-Verantwortung über Bereiche hinweg)
- eng verzahnt mit IT, um die ERP-Transformation steuerlich mitzugestalten
- in Steuerstrategie und Data Governance eingebunden
Insbesondere bei Einführung neuer ERP-Systeme wie SAP S/4HANA ist ein starker GPO Tax erfolgskritisch, um steuerlich relevante Datenmodelle und Abläufe von Beginn an korrekt abzubilden.
Prozesshoheit als Compliance-Garant
Ein GPO Tax reduziert Prozessvarianten, harmonisiert Datenflüsse und erhöht die Automatisierung. Dadurch werden:
- steuerliche Fehlerquellen reduziert
- manuelle Nacharbeiten minimiert
- Compliance-Standards besser eingehalten
- Digitalisierungspotenziale voll ausgeschöpft
Zugleich erlaubt der standardisierte Zugriff auf steuerrelevante Daten eine effizientere Vorbereitung auf Betriebsprüfungen, bessere Simulationsrechnungen und frühzeitige Risikoidentifikation.
Leadership-Profil eines modernen GPO Tax
Ein erfolgreicher GPO Tax vereint:
- strategisches Denken und technisches Prozessverständnis
- Führungskompetenz und interkulturelle Kommunikationsfähigkeit
- Erfahrung mit Transformationen und Change Management
- Souveränität in der Steuerwelt - aber auch im Dialog mit IT, Finance und Operations
Empathie, Klarheit, Resilienz und Gestaltungswille sind dabei ebenso entscheidend wie steuerliche Fachkenntnis.
Fazit: Die Zeit für GPO Tax ist jetzt
Der GPO Tax ist kein Luxus, sondern eine notwendige Antwort auf die steigende Komplexität im Steuerbereich. Er professionalisiert die Steuerfunktion als integralen Bestandteil der Unternehmenssteuerung - strategisch, zukunftsfest und technologiegestützt.
Unternehmen, die diese Rolle frühzeitig schaffen und mit geeigneten Persönlichkeiten besetzen, gewinnen nicht nur an Compliance-Sicherheit, sondern schaffen sich einen Wettbewerbsvorteil: durch schnellere, transparentere und intelligentere Steuerprozesse im globalen Maßstab.
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